11. Januar 2024, Tägliche Marktsicht

VAT übertrifft mit Vorabzahlen die Erwartungen

Der SMI schloss gestern nach einem volatilen Handelsverlauf praktisch auf dem Vortagesniveau. Der Chiphersteller VAT gab heute Morgen erste Eckwerte zum abgelaufenen Quartal bekannt.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.06%, SPI: +0.00%, SMIM: -0.61%

Der Schweizer Aktienmarkt startete gestern mit Kursverlusten in den Handel. Der SMI drehte aber gegen Mittag klar in die Pluszone, gab aber die Gewinne grösstenteils wieder her und beendete den Tag schliesslich noch 0.06% höher. Zwölf Gewinner standen im Leitindex acht Verlierern gegenüber. Tagesgewinner bei den grosskapitalisierten Werten war Alcon (+3.4%). Der Augenheilkundekonzern präsentierte am Dienstagabend starke Studiendaten zu einem Wirkstoff gegen trockene Augen. Dahinter folgte mit Lonza (+2.2%) der grösste Verlierer des Vorjahres. Die Aktien des Pharma- und Biotech-Auftragsfertigers zogen ohne nennenswerte Neuigkeiten an. Ebenfalls gefragt waren die Aktien von Logitech (+1.1%). Von den Schwergewichten gingen sowohl Roche (+0.7%) als auch Novartis (+0.5%) mit moderaten Kursavancen aus dem Handel und knüpften damit an ihren starken Jahresauftakt an. Die Aktien von Nestlé (-0.7%) verloren hingegen an Terrain. Auf den weiteren Verliererplätzen standen mit Kühne + Nagel (-0.4%), Zurich Insurance (-0.7%), Holcim (-0.8%) und Geberit (-1.2%) vorwiegend zyklische Titel. Tagesverlierer waren die Aktien von Sika mit einem Minus von 3.8%. Der Baustoffhersteller konnte mit der gestrigen Vorlage der Umsatzzahlen die Analystenerwartungen nicht ganz erfüllen. Im breiten Markt verloren die Aktien von SGS nach einer Rating-Abstufung durch einen Broker 2.0%. Die Sandoz-Aktien, die bisher fulminant ins Jahr gestartet sind, litten unter Gewinnmitnahmen und verloren 2.5%. Adecco (-2.2%) gehörte nach einer Abstufung und einem vorsichtigen Analystenkommentar ebenfalls zu den Tagesverlierern. Zu den Tagesgewinnern gehörten die Aktien von VAT, die nach einer neuen Kaufempfehlung eines Brokers um 3.1% avancierten.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.04%, DAX: +0.01%

Die europäischen Aktienmärkte traten zur Wochenmitte mehrheitlich an Ort und Stelle. Vor der anstehenden Jahresberichtssaison fehlten gestern etwas die Impulse. Der EuroStoxx50 (+0.04%), der DAX (+0.01%) und der CAC40 (-0.01%) schlossen praktisch unverändert. Der britische Leitindex FTSE100 verlor 0.4%, vor allem belastet durch schwache Rohstoffwerte. Aus Branchensicht gehörten neben den Rohstoffwerten auch Aktien aus den Bereichen Reisen & Freizeit und Energie zu den Verlierern. Zu den gefragteren Bereichen gehörten gestern Unternehmen aus den Bereichen Immobilien und Medien.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.45%, S&P500: +0.57%, Nasdaq: +0.75%

Die US-Aktienmärkte strebten vor der mit Spannung erwarteten Publikation der US-Inflationszahlen nach oben. Der DowJones kletterte um 0.5% an. Beim marktbreiten S&P500 stand ein Plus von 0.6% zu Buche, während der technologielastige Nasdaq 0.8% höher schloss. Auf Einzeltitelebene gehörten Unternehmen aus dem Technologiesektor zu den Gewinnern. Der KI-Profiteur Nvidia setzte den Aufwärtstrend fort und schloss 2.3% höher. Gemessen am Börsenwert ist Nvidia inzwischen fast so viel wert wie der Online-Riese Amazon.

Unternehmensberichte

VAT veröffentlichte heute Morgen erste ungeprüfte Eckdaten zum 4. Quartal 2023. Der Auftragseingang verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 43% auf CHF 237 Mio. Im Vergleich zum 3. Quartal 2023 nahmen die Aufträge hingegen um 44% zu. Neben einer sich langsam wieder verbessernden Auftragslage im Halbleitersektor waren vor allem Projektgewinne im Bereich Advanced Industrials für den sequenziellen Anstieg verantwortlich. Der vorläufige Nettoumsatz sank im Vorjahresvergleich um 23% auf CHF 221 Mio. Im Vergleich zum 3. Quartal 2023 erhöhte sich der Umsatz immerhin um 6% und lag damit im Rahmen der Unternehmensprognose. Per Ende Jahr verfügte VAT über einen Auftragsbestand von CHF 292 Mio., 44% unter dem Vorjahreswert aber rund 3% höher als noch Ende des 3. Quartals. Für das Gesamtjahr 2023 rechnet VAT mit einem Auftragsbestand von CHF 692 Mio. (-43%) und einem Nettoumsatz von CHF 885 Mio. (-23%). Die EBITDA-Marge wird voraussichtlich bei 30.5% zu liegen kommen. Damit hätte sich die Marge im 2. Halbjahr deutlich verbessert. Die detaillierten Zahlen und den Ausblick wird das Unternehmen am 5. März 2024 präsentieren. Die Vorabzahlen und die erwartete Marge liegen deutlich über den Analystenerwartungen.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.015%; DE: 2.209%; CH: 0.827%

An den Kapitalmärkten fehlten gestern mangels wichtiger Konjunkturdaten die Impulse für grössere Bewegungen. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen notiert weiterhin knapp über der 4%-Marke. Die heute anstehenden Daten zur US-Inflation dürften wieder mehr Bewegung an die Kapitalmärkte bringen. Von der Entwicklung der Konsumentenpreise erhoffen sich Marktteilnehmende Hinweise über das weitere Vorgehen der US-Notenbank. Der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank findet am 31. Januar statt.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8498
Euro in US-Dollar: 1.0982
Euro in Franken: 0.9332

Der Euro konnte gestern gegenüber allen G10-Währungen zulegen. Gestützt wurde die Gemeinschaftswährung von Aussagen der europäischen Zentralbank. Diese deuten darauf hin, dass die EZB noch länger mit Zinssenkungen zuwarten wird. Damit wurden Spekulationen über baldige Zinssenkungen gedämpft.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 71.77 pro Fass
Goldpreis: USD 2'032.90 pro Unze

Der Ölpreis ist am Mittwoch gesunken und hat damit einen Teil der Gewinne vom Dienstag wieder preisgegeben. Die Rohölreserven der USA sind in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Zudem stiegen die Bestände an Benzin und Destillaten deutlich. Dies weckt Sorgen über eine nachlassende Nachfrage nach Rohöl aus den USA.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine relevanten Wirtschaftsdaten publiziert. Heute werden die US-Inflationsdaten für den Dezember veröffentlicht.

Matthias Müller

Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich

Céline Koster

Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich