05. Januar 2024, Tägliche Marktsicht

US-Aktienmärkte mit durchzogener Bilanz

Nach dem schwachen Jahresstart wiesen die US-Aktienmärkte auch gestern eine gemischte Bilanz auf. Nach den starken Kursanstiegen zum Jahresende zeigen sich die Marktteilnehmer nun skeptischer, was baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed angeht.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.48%, SPI: +0.47%, SMIM: +0.60%

Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich auch am zweiten Handelstag des neuen Jahres von der freundlichen Seite. Insbesondere der Schweizer Leitindex SMI wurde am Nachmittag von positiven Vorgaben aus den USA angetrieben, während der Handel ohne grosse Impulse in ruhigen Bahnen verlief. Der SMI legte letztlich um 0.5% zu, während der SMIM, welcher klein bis mittel kapitalisierte Unternehmen enthält, um 0.6% höher schloss. Von den 20 Blue Chips notierten 15 Werte im positiven Bereich. An der Tabellenspitze stand der Logistiker Kühne + Nagel (+2.3%). Dahinter folgte die UBS (+1.7%). Die Pharmawerte Novartis (+1.4%) und Roche (+1.0%) konnten an den starken Jahresstart anknüpfen, der Nahrungsmittelhersteller Nestlé (-0.5%) musste hingegen einen Teil der am Vortag erzielten Kursgewinne wieder hergeben. Der Aroma- und Riechstoffhersteller Givaudan verlor 1.4% und war damit SMI-Schlusslicht. Die Versicherer notierten derweil unterschiedlich. Während Swiss Re (+0.9%) und Swiss Life (+0.6%) im Plus schliessen konnten, verlor Zurich Insurance 1.1%. Eine Ratingrückstufung eines Brokers belastete den Aktienkurs von Zurich Insurance. Unter den SPI-Titeln stach Newron Pharmaceuticals mit einem Kurssprung von 34.4% hervor. Positive Studiendaten zu einem Medikament zur Schizophreniebehandlung sorgte für den starken Kursanstieg. Der Industriekonzern Dätwyler wurde indes von einer Ratingrückstufung eines Brokers negativ belastet und verlor 5.2%.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.58%, DAX: +0.48%

Nach dem schwachen Jahresauftakt zeigten sich gestern die europäischen Aktienmärkte von der positiven Seite und verzeichneten Kursgewinne. Am stärksten konnte der spanische IBEX35 (+1.3%) zulegen, gefolgt vom italienischen FTSE MIB (+1.0%). Die bei Handelsstart noch positiven US-Aktienmärkte sorgten für Unterstützung. Auf Sektorenebene schwangen die defensiven Bereiche Versorger und Gesundheit neben dem Finanzsektor obenauf. Unterdurchschnittlich schnitten hingegen die Bereiche Technologie und zyklischer Konsum ab.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.03%, S&P500: -0.34%, Nasdaq: -0.56%

Nach dem schwachen Jahresstart wiesen die amerikanischen Aktienmärkte auch gestern eine durchzogene Bilanz auf. Während der US-Leitindex DowJones mit einem Plus von 0.03% unverändert schloss, gaben der marktbreite S&P500 (-0.3%) und der technologielastige Nasdaq (-0.6%) nach. Nach den starken Kursanstiegen zum Jahresende zeigen sich die Marktteilnehmer nach der Veröffentlichung des Protokolls der letzten Fed-Sitzung nun skeptischer, was baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed angeht. Aus Branchensicht gehörten die Bereiche Gesundheit, Finanzen und Industrie zu den Überfliegern. Unter Abgabedruck standen hingegen die Sektoren Energie, zyklischer Konsum und Kommunikationsdienste. Der Finanzsektor profitierte davon, dass die US-Geldpolitik gemäss dem jüngst veröffentlichten Fed-Protokoll vielleicht doch länger als erwartet restriktiv bleiben könnte. Der Pharmakonzern Merck & Co (+2.0%) führte gestern den DowJones Index an. Berichten zufolge möchte der Konzern in den Markt der Medikamente zur Bekämpfung von Fettleibigkeit (GLP-1 Medikamente) einsteigen. Daneben sorgten auch positive Analystenkommentare für Unterstützung.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.000%; DE: 2.121%; CH: 0.744%

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Staatspapiere hat unterdessen wieder die 4%-Hürde genommen. Hintergrund der jüngsten Aufwärtsbewegung dürften einerseits technischer Natur sein, da der Rückgang im letzten Monat doch erheblich war. Andererseits zeigt sich die US-Wirtschaft weiter überraschend robust, was auch die finalen Daten des Einkaufsmanagerindex zeigt. Insbesondere der Binnenmarkt trotzt dem hohen Zinsniveau. Entsprechend bleibt ein gewisses Restrisiko, dass die Preisentwicklung nochmals anzieht und die US-Notenbank Gegensteuer geben muss.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8507
Euro in US-Dollar: 1.0932
Euro in Franken: 0.9300

Der Euro hat sich in den letzten Tagen gegenüber dem Schweizer Franken auf einem tiefen Niveau von 0.93 stabilisiert. Die positiv aufgenommenen Konjunkturdaten, welche eine Stabilisierung der aktuellen Lage verheissen, stützen die Gemeinschaftswährung. Auch der US-Dollar konnte etwas Terrain gut machen. Eine besser als erwartet laufende Wirtschaft könnte dazu führen, dass die Inflation weniger schnell abklingt und die Notenbank länger als gedacht Gegensteuer geben muss. Dies würde dem US-Dollar helfen.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 73.73 pro Fass
Goldpreis: USD 2'044.35 pro Unze

Der Ölpreis konnte am Mittwoch zulegen. Die Sorge vor einer Eskalation im Nahen Osten stützt den Ölpreis. Auf der anderen Seite setzt die sinkende Nachfrage aufgrund der sich abschwächenden Wirtschaft den Ölpreis immer wieder unter Druck. Hinzu kommt, dass die Bestände an Öldestillaten (Benzin, Kerosin, etc.) in den USA deutlich angestiegen sind, was zusätzlich auf den Preis drückt.

Wirtschaft und Konjunktur

Gestern wurden keine relevanten Wirtschaftsnews veröffentlicht. Heute stehen der Arbeitsmarktbericht in den USA sowie die Inflationsdaten aus der Eurozone im Fokus.

Angela Truniger

Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Beat Schiffhauer

Senior Strategieanalyst
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