17. Januar 2024, Tägliche Marktsicht

Unternehmenszahlen stehen im Fokus

Heute Morgen veröffentlichten Geberit und Inficon Updates zu den Jahreszahlen 2023.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.20%, SPI: +0.23%, SMIM: +0.34%

Der Schweizer Aktienmarkt fing sich nach einem anfänglichen Abrutschen und legte am Nachmittag leicht zu. Der Leitindex SMI ging 0.2% höher aus dem Handel. Bei den grosskapitalisierten Werten standen neun Gewinner elf Verlierern gegenüber. Die Indexschwergewichte Nestlé (+1.2%) und Novartis (+0.9%) sorgten für das knappe Plus. Zu den Tagesverlierern gehörten Richemont (-1.7%), Partners Group (-1.5%) und Sonova (-0.9%). Richemont litt dabei unter schwachen Zahlen der Luxuskonzerne Burberry und Hugo Boss. Die Aktie des Zementkonzerns Holcim gab um 0.5% nach. Die französische Tochter Lafarge ist am Kassationsgerichtshof in Frankreich mit einem Rekurs im Syrien-Prozess mehrheitlich gescheitert. Am breiten Markt stand Lindt & Sprüngli, nach den Umsatzzahlen 2023, im Fokus. Das organische Wachstum lag im vergangenen Jahr bei 10.3% und übertraf die Markterwartungen klar. Zudem wird eine operative Marge von rund 15.5% erwartet, was im oberen Bereich des Ausblicks von 15.3% bis 15.5% liegt. Die Aktie legte auch aufgrund von Short-Positionen, die geschlossen wurden, um 8.0% zu. Ebenfalls nach oben ging es für die Online-Apotheke DocMorris (+2.6%). Das Unternehmen erzielte im 2023 einen in Lokalwährung 7.4% tieferen Umsatz, was über den Analystenerwartungen lag. Für das laufende Jahr wurde das Erreichen des Break-Even auf Stufe bereinigter EBITDA bestätigt. Negativ entwickelte sich der Aktienkurs von Stadler Rail (-7.8%), der von einer Rating-Senkung von Kaufen auf Verkaufen belastet wurde.  

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.18%, DAX: -0.30%

Die europäischen Aktienmärkte standen gestern im Gegenwind. Der länderübergreifende EuroStoxx 50 gab um 0.2% nach und der deutsche DAX um 0.3%. Auf Sektorenebene konnten sich nur die Bereiche Technologie und nichtzyklischer Konsum im Plus halten. Die stärksten Einbussen verbuchten die Branchen Versorger, Immobilien und Finanzen.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.62% S&P500: -0.37%, Nasdaq: -0.19%

Auch die US-Aktienmärkte starteten gestern in die feiertagsbedingt verkürzte Handelswoche mit Abgaben. Der Leitindex DowJones gab 0.6% nach, während der breiter gefasste S&P500 0.4% verlor. Am besten halten konnte sich der technologielastige Nasdaq mit einem Minus von 0.2%. Weiterhin steht die Berichtssaison im Fokus. Die Investment Bank Goldman Sachs (+1.7%) konnte die Erwartungen, vor allem dank einer starken Entwicklung in der Vermögensverwaltung und im Aktienhandel, übertreffen. Unter den Analystenerwartungen lagen hingegen die Zahlen von Morgan Stanley (-3.2%). Unter anderem belastete eine Einigung mit der US-Staatsanwaltschaft über rund eine Viertelmilliarde US-Dollar aufgrund von Untersuchungen um Handelspraktiken sowie höhere Kreditrückstellungen. Leicht schwächer schnitten die Aktien von Apple (-0.3%) ab. Der Techriese muss eine Lockerung der Regeln in seinem App-Store akzeptieren, was die Einnahmen belasten wird. Ein Urteil des Berufungsgerichts tritt nun in Kraft. Dieses besagt, dass App-Entwickler die Nutzer auf Bezahlmethoden ausserhalb der App Stores leiten dürfen. Normalerweise gehen 15% bis 30% beim Erwerb von Abos und anderen digitalen Inhalten innerhalb des App Stores an Apple.

Unternehmensberichte

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit gab heute Morgen die Umsatzzahlen 2023 bekannt. Gebremst durch die schwache Baukonjunktur in Europa ging der Umsatz um 9.1% auf CHF 3.08 Mrd. zurück. Der starke Schweizer Franken belastete das Ergebnis mit CHF 147 Mio. Das organische Wachstum lag bei Minus 4.8%. Preiserhöhungen trugen mit rund 8% positiv zum Umsatz bei. Mit dem Umsatz wurden die Analystenerwartungen übertroffen. Im 4. Quartal 2023 konnte ausserdem ein organisches Umsatzwachstum von 8.3% erzielt werden. Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA wird für das Gesamtjahr bei 30% erwartet, also am oberen Ende der bisher kommunizierten Bandbreite von 29% bis 30%. Die detaillierten Finanzzahlen werden am 13. März 2024 veröffentlicht.

Der Spezialist für Messtechnik und Gasanalyse Inficon präsentierte heute Morgen Vorabzahlen zum vergangenen Jahr. Der Umsatz ist um rund 16% auf USD 673 Mio. angestiegen und übertrifft somit die in Ausblick gestellte Bandbreite von USD 650 bis 670 Mio. Der operative Gewinn beträgt USD 135 Mio. und entspricht damit einer EBIT-Marge von 20.1%, was über der Guidance von 19% liegt. Beide Zahlen lagen über den Analystenerwartungen. Die detaillierten Finanzzahlen werden am 5. März 2024 veröffentlicht.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.062%; DE: 2.255%; CH: 0.762%

Die Zinsen sind in den USA wieder etwas angestiegen. Dies, nachdem einzelne Exponenten der US-Notenbank sich bezüglich der übertriebenen Erwartung an Zinssenkungen in diesem Jahr besorgt zeigten. Dies führte sowohl am kürzeren wie auch am längeren Ende zu einem leichten Anstieg der Zinsen. Die Erwartungen an Zinssenkungen haben sich in der Folge leicht entspannt. Allerdings werden immer noch zwischen sechs und sieben Zinsschritte in den nächsten zwölf Monaten erwartet.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8630
Euro in US-Dollar: 1.0860
Euro in Franken: 0.9372

Der Euro hat seinen zwischenzeitlichen Höhenflug gegenüber dem Schweizer Franken fortgesetzt und bewegt sich weiter weg von seinem Tief von Anfang Jahr. Gegenüber dem US-Dollar verlor der Euro im Zuge der gestiegenen US-Zinsen wieder etwas an Terrain.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 71.93 pro Fass
Goldpreis: USD 2'018.19 pro Unze

Der Ölpreis hat erneut leicht nachgegeben. Haupttreiber im Ölmarkt bleibt zurzeit die konjunkturelle Abkühlung. Die weiterhin unsichere Lage im Nahen Osten führt zwischenzeitlich immer wieder zu einem leichten Preisanstieg. Allerdings bleibt der Einfluss überschaubar.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine relevanten Wirtschaftsdaten publiziert.

Beat Schiffhauer

Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Tobias Kistler

Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
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