10. Januar 2024, Tägliche Marktsicht

Sika eröffnet die Berichtssaison

Der Spezialchemiekonzern Sika eröffnet mit den heutigen Umsatzzahlen die Berichtssaison in der Schweiz.

 Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.16%, SPI: +0.13%, SMIM: +0.03%

Der Schweizer Aktienmarkt drehte am späteren Nachmittag leicht ins Plus. Vor den richtungsweisenden US-Konsumenten-Inflationszahlen diesen Donnerstag und dem Start in die Berichtssaison in der zweiten Wochenhälfte herrschte eine gewisse Zurückhaltung. Am Freitag werden die US-Grossbanken den Start in die Berichtssaison in den USA einläuten. In der Schweiz wird nach den heutigen Umsatzzahlen von Sika, morgen Partners Group die verwalteten Vermögen und Bossard die Umsatzzahlen bekanntgeben. Der Leitindex SMI legten gestern um 0.2% zu. Angeführt wurde das Tableau von Lonza (+2.2%), Alcon (1.8%) und Givaudan (+0.8%). Alcon und Givaudan profitierten dabei von positiven Analystenkommentaren. Tagesverlierer waren dagegen die Aktien von Swisscom (-1.1%), UBS (-0.8%) und Sika (-0.4%). Im breiten Markt stand der Laborausrüster Tecan im Fokus. Das Unternehmen veröffentlichte am Vorabend eine Gewinnwarnung. Der Umsatz im abgelaufenen Jahr hat sich in Lokalwährung um 1.3% rückläufig entwickelt, was unter dem Ausblick von einem Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich lag. Nach anfänglichen Tagesverlusten von über 5% drehte die Aktie zum Handelsende leicht ins Plus und schloss 0.5% höher. Viele Marktteilnehmer waren bereits von einem noch schwächeren Umsatzwachstum, in Folge von früheren Gewinnwarnungen ausländischer Konkurrenten, ausgegangen. Leicht positiv entwickelte sich der Kurs des Versicherers Baloise (+0.4%). Der Vermögensverwalter gab bekannt, dass er an der kommenden ordentlichen Generalversammlung einen Antrag zur Aufhebung der bestehenden Stimmrechts- und Eintragungsbeschränkung von 2% stellen will. Dies würde die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme klar erhöhen. Erneut unter Druck standen ohne Unternehmensneuigkeiten die Valoren von Meyer Burger (-4.7%). Der Solarmodulbauer hat seit Jahresanfang rund 13% nachgegeben.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.41%, DAX: -0.17%

Nach einem erfreulichen Wochenauftakt drehten die europäischen Aktienmärkte wieder nach unten. Gegenwind kam von der deutschen Industriekonjunktur. Die Industrieproduktion nahm im November um 0.7% ab, was den sechsten Rückgang in Folge darstellt. Der länderübergreifende EuroStoxx50 gab um 0.4% nach, während der deutsche DAX um 0.2% zurückglitt. Auch auf Branchenstufe zeigte sich ein defensives Bild. Gefragt waren die Bereiche Gesundheit, nichtzyklischer Konsum und Versorger. Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Sektoren Finanzen, Grundstoffe und Immobilien. Bei den Einzelwerten stand der Autobauer BMW (+0.01%) im Fokus. Im abgelaufenen Jahr wurde der Automobilabsatz um 6.5% auf 2.55 Mio. Fahrzeuge gesteigert. Dies vor allem dank mehr verkauften Elektro- und Luxusautos. Die Anzahl der verkauften Elektroautos stieg um 74% auf 376'000 Fahrzeuge, was rund 15% des Gesamtabsatzes ausmacht. Im laufenden Jahr soll der Verkauf auf über eine halbe Mio. Fahrzeuge ansteigen und rund 20% des Gesamtabsatzes ausmachen.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.42%, S&P500: -0.15%, Nasdaq: +0.09%

Die US-Aktienmärkte zeigten sich gestern uneinheitlich. Während der technologielastige Nasdaq 0.1% zulegte, verloren der Leitindex Dow Jones 0.4% und der marktbreite S&P500 0.2%. Mit den Ergebnissen der Grossbanken Bank of America, Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo wird am Freitag die Berichtssaison in den USA an Fahrt aufnehmen. Erneut nach unten ging es gestern für die Boeing-Aktien. Nachdem am Freitag bei einem Flugzeug des Typs 737-9-Max im Flug ein Rumpfteil herausgebrochen war, entdeckten nun Fluggesellschaften weitere lose Befestigungsteile bei anderen Maschinen an der gleichen Stelle. Die Aktie gab nach dem Kursverlust von 8.3% am Montag gestern um 0.9% nach. Auf Sektorenebene führten Technologie, nichtzyklischer Konsum und Kommunikationsdienste das Feld an. Die Bereiche Energie, Grundstoffe und Versorger entwickelten sich hingegen unterdurchschnittlich.  

Unternehmensberichte

Der Spezialchemiekonzern Sika eröffnete mit den heute Morgen vorgelegten Umsatzzahlen die Berichtssaison in der Schweiz. Die Verkäufe stiegen in Lokalwährung um 14.5% auf CHF 11.24 Mrd. Dies vor allem aufgrund der im Mai 2023 abgeschlossenen Übernahme von MBCC. Ohne diesen Akquisitionseffekt lag das Wachstum bei 1.2%. Aufgrund von 7.4% negativem Währungseffekt resultierte in Schweizer Franken ein Umsatzanstieg von 7.1%. Mit den Umsatzzahlen lag Sika leicht unter den Analystenerwartungen. Die Gewinnziele für 2023 wurden bestätigt. Die Gewinnzahlen werden mit den vollständigen Jahreszahlen am 16. Februar 2023 veröffentlicht.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre

USA: 4.021%; DE: 2.185%; CH: 0.787%

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen verharrte gestern ohne Impulse knapp über 4%. In der zweiten Wochenhälfte richtet sich der Blick an den Kapitalmärkten auf die neusten US-Inflationsdaten, welche am Donnerstag publiziert werden. Sie dürften über den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank mitentscheiden, ab wann die Fed zum ersten Mal die Zinsen in den USA senken könnte. Die erste geldpolitische Lagebeurteilung der Fed im laufenden Jahr findet Ende Januar statt.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8523
Euro in US-Dollar: 1.0932
Euro in Franken: 0.9317

Der Euro und US-Dollar konnten sich zuletzt etwas von ihren Tiefstständen gegenüber dem Schweizer Franken vom Jahreswechsel lösen. Im Vorfeld der neusten Inflationsdaten aus den USA bleiben aber auch an den Devisenmärkten grössere Kursbewegungen aus.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 72.57 pro Fass
Goldpreis: USD 2'026.68 pro Unze

Der Preis der US-Ölsorte WTI hält sich weiterhin über der 70-Dollarmarke. Vereinzelte Angriffe von Huthi-Rebellen auf Handelsschiffe in der wichtigen Durchfahrt zum Suezkanal bleiben im Marktfokus, und deren geopolitischen Entwicklungen ein Preistreiber – zumindest kurzfristig.  

Wirtschaft und Konjunktur

Schweiz: Arbeitslosenquote (Dezember, saisonbereinigt)
letzter: 2.1%; erwartet: 2.2%; aktuell: 2.2%

Gemäss Seco-Erhebungen stieg die Arbeitslosenquote zum Jahresende um 0.2% auf 2.3%. Das hat auch mit saisonalen Effekten zu tun, so gibt es in den Wintermonaten unter anderem auf dem Bau weniger Arbeit. Die um saisonale Faktoren bereinigte Quote stieg im Dezember auf 2.2%. Der Schweizer Arbeitsmarkt hat sich in dem zunehmend rauer werdenden Wirtschaftsumfeld damit sehr robust entwickelt. Im vergangenen Jahr lag die Arbeitslosenquote insgesamt so tief wie zuletzt vor über zwanzig Jahren und dürfte sich weiterhin auf tiefem Niveau bewegen.

Daniel Wachter

Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Tobias Kistler

Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
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