21. Dezember 2023, Tägliche Marktsicht

Schweizer Aktienmarkt weitgehend impulslos

Der SMI drehte nach der Eröffnung zwar zunächst deutlich nach oben, verlor die Kursgewinne aber schnell wieder und schloss schliesslich unverändert.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.02%, SPI: -0.07%, SMIM: -0.17%

Der Schweizer Aktienmarkt trat gestern in einem ruhigen und weitgehend impulslosen Handel an Ort und Stelle. Der SMI drehte nach der Eröffnung zwar zunächst klar nach oben, verlor die Kursgewinne aber schnell wieder und schloss schliesslich unverändert. Gefragt waren bei den grosskapitalisierten Werten vor allem Zykliker und Finanzwerte. Geberit, Swiss Re, UBS und Kühne + Nagel führten das Tableau mit Kursgewinnen zwischen 0.5% und 1.4% an. Von den Schwergewichten kam keine Unterstützung. Nestlé (+0.01%), Novartis (-0.02%) und Roche (-0.2%) schlossen praktisch unverändert. Auf den hinteren Plätzen standen neben den Aktien von Logitech (-0.8%) und Partners Group (-1.0%) auch diejenigen von Lonza (-1.5%). Die Aktien des Pharma-Auftragsfertigers standen im Gegenwind, nachdem das US-Biotechnologie-Unternehmen Argentix bei einer Medikamenten-Zulassungsstudie einen Fehlschlag vermeldete. Argentix gehört zu den Kunden von Lonza. Im breiten Markt schossen die Aktien von DocMorris nach einer Kaufempfehlung eines Brokers um 12.8% nach oben. Die Aktien von AMS legten um 3.9%. Der angeschlagene Sensorhersteller erhielt in den letzten Tagen und nach der abgeschlossenen Kapitalerhöhung wieder etwas Rückenwind. Die Aktien von Lindt& Sprüngli fielen ohne kursrelevante Neuigkeiten um 2.8% zurück.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.03%, DAX: -0.06%

An den europäischen Aktienmärkten war die Stimmung gestern von tiefen Handelsvolumen und zurückhaltenden Marktteilnehmern geprägt. Die Kurse an den meisten Handelsplätzen kamen entsprechend kaum vom Fleck. Der EuroStoxx50 fiel um 0.03% zurück, während der DAX um 0.1% korrigierte. Deutlich aus dem Rahmen fiel der FTSE100, der 1.0% höher schloss. Der britische Leitindex wurde unter anderem durch die jüngsten Inflationszahlen aus Grossbritannien beflügelt, die auf 3.9% sanken und damit den tiefsten Stand seit 2 Jahren erreichten. Aus Branchensicht gehörten Immobilien, Kommunikationsdienste und Energie zu den gefragtesten Sektoren. Der Energiesektor erhielt Rückenwind von den steigenden Ölpreisen. Nicht gefragt waren gestern hingegen Aktien aus dem Technologiesektor.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -1.27%, S&P500: -1.47%, Nasdaq: -1.50%

Die amerikanischen Aktienmärkte starteten gestern zunächst mit Kursgewinnen in den vorweihnachtlichen Handel. In den späteren Handelsstunden drehten die Kurse dann allerdings deutlich ins Minus. Nach den starken Kursanstiegen seit Ende Oktober nahm die Nervosität zu und einige Marktteilnehmer brachten Gewinne ins Trockene. Der DowJones gab um 1.3% nach, während der S&P500 und der Nasdaq jeweils um 1.5% zurückfielen. Auf Einzeltitelebene standen unter anderem die Aktien von Fedex im Fokus, die um 12.1% einbrachen. Der Paketdienstleister verschreckte die Anleger mit schwächer als erwarteten Quartalszahlen und einem vorsichtigen Ausblick. Die Titel von Branchennachbarn UPS wurden in Sippenhaft genommen und gaben 2.9% nach.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 3.875%; DE: 1.967%; CH: 0.592%

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe notiert weiterhin deutlich unter der 4%-Grenze. Seit Ende Oktober hat die Rendite um knapp 1.2% nachgegeben. Auch am kürzeren Ende haben die Zinsen deutlich nachgelassen, wenn auch etwas weniger stark. Die Rendite des 2-jährigen US-Treasury notiert unterdessen bei 4.4%, nachdem diese Ende September noch bei 5.2% lag.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8622
Euro in US-Dollar: 1.0946
Euro in Franken: 0.9437

Der Euro notiert gegenüber dem Schweizer Franken wieder nahe an seinem Allzeittief. Die weiterhin schwachen Wirtschaftsaussichten für die Eurozone sowie die Erwartung baldiger Zinssenkungen durch die EZB drücken auf den Euro.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 74.09 pro Fass
Goldpreis: USD 2'036.28 pro Unze

Der Ölpreis notiert weiter deutlich über der 70-Dollargrenze. Die jüngsten Preisavancen dürften in erster Linie der jüngsten geopolitischen Entwicklung geschuldet sein. Im Roten Meer setzten mehrere Redereien die Durchfahrt in Richtung Suezkanal aus, nachdem sich Angriffe von Huthi-Rebellen auf Handelsschiffe gehäuft hatten. Die USA haben unterdessen weitere Truppen in die Region verlegt.

Wirtschaft und Konjunktur

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Beat Schiffhauer

Senior Strategieanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Matthias Müller

Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
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