12. Dezember 2023, Tägliche Marktsicht

Positiver Wochenstart an den Aktienmärkten

Die Aktienmärkte in Europa und den USA setzen ihren Aufwärtstrend zu Wochenbeginn fort.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.53%, SPI: +0.41%, SMIM: +0.13%

Der Schweizer Aktienmarkt kam gestern in einem ruhigen Handelsumfeld zunächst nicht vom Fleck. Vor den anstehenden Zinsentscheiden der Zentralbanken und der Publikation der jüngsten US-Inflationszahlen blieben die Anleger eher zurückhaltend gestimmt. Erst in der zweiten Tageshälfte kam etwas Schwung in die Kurse. Der SMI beendete den Tag schliesslich 0.5% höher. 16 von 20 Titeln beendeten den Tag mit Kursgewinnen. Stärkster Wert im Leitindex war ABB (+2.8%). Die Aktien des Industriekonzerns erhielten Rückendwind durch eine Kaufempfehlung eines Brokers. Dahinter gehörten mit Kühne + Nagel (+2.2%), Richemont (+1.5%) und Logitech (+1.0%) weitere konjunkturabhängige Titel zu den Tagesgewinnern. Daneben waren mit Alcon (+1.1%), Givaudan (+1.0%) und dem Schwergewicht Novartis (+1.0%) auch defensive Titel gefragt. Novartis profitierte von positiven Studiendaten im Zusammenhang mit einem Nierenmedikament. Auf den Verliererplätzen gaben unter anderem die Aktien von Nestlé nach einer Ratingabstufung durch einen Broker 0.4% nach. Am Ende des Tableaus verloren die Aktien von Lonza 1.3%. Der Pharma-Auftragsfertiger wurde von einer Brokerabstufung und einem pessimistischen Report belastet. Seit Jahresanfang ist die Lonza-Aktie mit einem Kursminus von rund 28% mit Abstand das Schlusslicht im Leitindex. Im breiten Markt gaben Julius Baer 0.9% nach und setzten damit ihren jüngsten Abwärtstrend fort. Die Cosmo-Aktien schossen hingegen um 11.6% nach oben, nachdem das Biotechunternehmen über eine Erweiterung der Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Medtronic informierte.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.37%, DAX: +0.21%

An den meisten europäischen Aktienmärkten setzte sich zu Wochenbeginn der jüngste Aufwärtstrend fort. Der Optimismus der Marktteilnehmer wird weiterhin von Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen genährt. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 kletterte um 0.4% nach oben und erreichte den höchsten Stand seit 2007. Entgegen dem Trend verlor der FTSE100 0.1%. Der britische Leitindex wurde unter anderem von schwachen Minenwerten gebremst. Grund für die Kursverluste bei Glencore (-4.0%) und Rio Tinto (-1.8%) waren schwache Daten aus China. Die Nachfrageentwicklung im Reich der Mitte ist ein zentraler Treiber für die Preisentwicklung vieler Rohstoffe. Gefragt waren dagegen Aktien aus dem Bereichen Medien, Einzelhandel und Immobilien. Auf Einzeltitelebene setzten unter anderen die Aktien des Bezahldienstleisters Adyen ihre jüngste Kurserholung fort und schlossen 2.6% höher.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +0.43%, S&P500: +0.39%, Nasdaq: +0.20%

Die amerikanischen Aktienmärkte setzten ihren Aufwärtstrend zum Wochenstart fort und schlossen fester. Der DowJones und der S&P500 gewannen jeweils 0.4% dazu, während der technologielastige Nasdaq 0.2% höher schloss. Auf Einzeltitelebene standen unter anderem die Halbleiterhersteller im Fokus. Die Aktien von Broadcom schossen um 9.0% nach oben, nachdem ein Broker die Aktie zum Kauf empfahl und als Grund für seinen positiven Ausblick beim Chiphersteller Rückenwind durch KI-Anwendungen nannte. Mit AMD und Intel (jeweils +4.3%) profitierten weitere Halbleiterhersteller von der positiven Stimmung im Sektor. Die Aktien des Überfliegers Nvidia gaben hingegen 2.2% nach. Die Aktien von Macy’s sprangen um 19.4% nach oben, nachdem das Newsportal Bloomberg berichtete, dass zwei Private Equity Unternehmen das Kaufhaus übernehmen möchten.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.204%; DE: 2.267%; CH: 0.702%

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel gestern leicht. Die Bewegungen hielten sich jedoch im Vorfeld der Notenbankentscheide in Grenzen. Im Verlauf der Woche stehen die Zinsentscheide von Fed, EZB und SNB auf der Agenda. Marktteilnehmende erhoffen sich von den Notenbanken Hinweise über die Geldpolitik im kommenden Jahr. Zinsschritte werden dahingegen nicht erwartet.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8765
Euro in US-Dollar: 1.0772
Euro in Franken: 0.9443

Im Vorfeld der Notenbankentscheide bewegten sich die obigen Währungspaare gestern nur wenig. Deutlich unter Druck stand hingegen der Yen. Neuen Berichten zufolge soll die japanische Zentralbank weiterhin an ihrer Negativzinspolitik festhalten. Vergangene Woche hat der Yen zugelegt, nachdem Spekulationen aufkamen, wonach die japanische Zentralbank die geldpolitische Wende einläuten könnten.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 71.92 pro Fass
Goldpreis: USD 1'987.83 pro Unze

Der Ölpreis hat zum Wochenstart leicht nachgegeben. Skepsis gegenüber der Umsetzung der von OPEC+ angekündigten Förderkürzungen belastet den Ölpreis weiterhin. Der Goldpreis hat gestern ebenfalls nachgegeben und ist erstmals seit Mitte November wieder unter die Marke von 2000 US-Dollar gefallen.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine relevanten Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Heute stehen neue Daten zur US-Inflation im Fokus, bevor morgen der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed ansteht. Am Donnerstag folgen die Zinsentscheide der EZB und der SNB.

Céline Koster

Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Matthias Müller

Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich