01. Dezember 2023, Tägliche Marktsicht

Positiver Monatsabschluss an den Aktienmärkten

Der Schweizer Aktienmarkt verbuchte an seinem letzten Handelstag im November Kursgewinne. Gut aufgenommene Wirtschaftsdaten aus der Eurozone und den USA sorgten für Unterstützung.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.48%, SPI: +0.42%, SMIM: +0.35%

Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich gestern von der freundlichen Seite. Ein stärker als erwarteter Rückgang bei den europäischen Inflationszahlen sowie ein Rückgang bei den US-Konsumausgaben im Vorjahresvergleich und somit aufkommende Hoffnungen auf schon baldige Zinssenkungen im nächsten Jahr sorgten für Unterstützung. Der Schweizer Leitindex SMI schloss letztlich 0.5% im Plus. Von den 20 Blue Chips im SMI notierten 14 Werte mit positiven Vorzeichen. An der Tabellenspitze stand die Grossbank UBS (+3.1%). Der Konzern profitierte von einer positiven Bankenstudie und einer Ratinghochstufung eines Brokers. Die Aktie kletterte damit das erste Mal seit 15 Jahren über CHF 24 je Aktie. Daneben waren auch die zyklischen Werte ABB (+1.8%) und Logitech (+1.6%) gefragt. ABB hielt gestern den Investorentag ab und erhöhte das Umsatz- als auch das operative Margenziel. Die Indexschwergewichte notierten derweil unterschiedlich. Während Roche (-0.2%) im Minus schloss, legten Nestlé (+0.2%) und Novartis (+0.3%) leicht zu. Am Tabellenende standen der Frachtlogistiker Kühne + Nagel (-1.2%), Lonza (-1.0%) und Richemont (-0.3%). Am breiten Markt fielen die Aktien des Ostschweizer Vakuumventileherstellers VAT (+4.5%) positiv auf. VAT gab gestern bekannt, die Kurzarbeit per 1. Dezember 2023 aufgrund einer starken Nachfrageentwicklung zu beenden.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +0.27%, DAX: +0.30%

Die meisten europäischen Aktienmärkte verbuchten gestern Kursgewinne. Am stärksten avancierte der britische FTSE100 (+0.4%), gefolgt vom deutschen DAX (+0.3%). Der französische CAC40 schloss unverändert, während der spanische IBEX35 (-0.04%) leicht im Minus schloss. Auf Sektorenebene waren die Bereiche Energie, Finanzen und Gesundheit gefragt. Unterdurchschnittlich schlossen hingegen die Sektoren Immobilien und Technologie.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: +1.47%, S&P500: +0.38%, Nasdaq: -0.23%

Am letzten Börsentag im November zeigten sich die amerikanischen Aktienmärkte von der uneinheitlichen Seite. Während der US-Leitindex Dow Jones 1.5% und der marktbreite S&P500 (+0.4%) im Plus schliessen konnten, verlor der technologielastige Nasdaq 0.2% an Wert. Die über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen sowie die Anhebung des Ausblicks des Softwarekonzerns Salesforce (+9.4%) sorgten für die positive Entwicklung im Dow Jones. Der Nasdaq wurde vor allem durch die Kursrückgange der Schwergewichte NVIDIA (-2.9%), Alphabet (-1.8%) und Meta (-1.5%) belastet.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.328%; DE: 2.444%; CH: 0.788%

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg gestern wieder etwas an und stoppte damit den Abwärtstrend der vergangenen Tage zumindest vorübergehend. Mary Daly, die Präsidentin der regionalen Federal Reserve Bank of San Francisco, merkte an, es sei noch zu früh um den Sieg über die Inflation auszurufen. Man diskutiere im Gremium der US-Notenbank deshalb auch noch keine Leitzinssenkungen. Ins gleiche Horn blies der Präsident der Federal Reserve Bank of New York, John Williams. Williams erwartet, dass die restriktive Geldpolitik der US-Notenbank noch für längere Zeit fortgeführt wird.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8745
Euro in US-Dollar: 1.0908
Euro in Franken: 0.9538

Die deutlich gefallenen Inflationsdaten aus der Eurozone setzten am gestrigen Handelstag den Euro gegenüber den wichtigsten Handelswährungen deutlich unter Druck. Gegenüber dem US-Dollar fiel der Euro zeitweise unter die Marke von 1.09, gegenüber dem Schweizer Franken notierte die Gemeinschaftswährung kurzzeitig wieder unter der Marke von 0.95 Franken.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 75.91 pro Fass
Goldpreis: USD 2'041.19 pro Unze

Gestern fand das bereits lange erwartete Treffen des Erdölverbunds Opec+ statt. Die grossen Fördernationen einigten sich auf weitere Produktionskürzungen für das kommende Jahr. Zusätzlich zu einer Verlängerung der bereits bestehenden Einschränkungen Saudi-Arabiens werden auch die anderen Mitgliedsländer ihre Produktion um insgesamt eine Million Barrel je Tag kürzen. Der Erdölmarkt zeigte sich dennoch enttäuscht, der Ölpreis gab gegen Abend deutlich nach.

Wirtschaft und Konjunktur

Schweiz: KOF-Konjunkturbarometer (November)
letzter: 95.1; erwartet: 96.5; aktuell: 96.7

Das KOF-Konjunkturbarometer stieg im November leicht auf 96.7 Punkte. Damit liegt es weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt, was auf eine unterdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung hindeutet. Der jüngste Anstieg ist auf das verarbeitende Gewerbe zurückzuführen, wo die Lage weniger schlecht als im Vormonat beurteilt wird. Negative Signale kommen dahingegen von den bisher robusten Sektoren Gastgewerbe sowie der Finanz- und Versicherungsbranche.

Eurozone: Konsumentenpreise, YoY (November)
letzter: 2.9%; erwartet: 2.7%; aktuell: 2.4%

Die Inflationsrate im Euroraum ist im November gemäss einer ersten Schätzung überraschend stark zurückgeglitten. Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahresmonat durchschnittlich noch um 2.4% gestiegen. Die Kernrate, ohne die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie, ist von 4.2% auf 3.6% gesunken. Damit liegt die Teuerung zwar weiterhin über dem mittelfristigen Inflationsziel der EZB von 2%, der Trend zeigt aber klar in die richtige Richtung. Die EZB dürfte aufgrund des rückläufigen Inflationstrends auf weitere Zinserhöhungen verzichten.

USA: Konsumausgaben, MoM (Oktober)
letzter: 0.7% erwartet: 0.2%; aktuell: 0.2%

Die Konsumausgaben in den USA sind im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0.2% gestiegen. Die Einkommen der US-Haushalte haben ebenfalls um 0.2% zugenommen. Gemäss dem von der US-Notenbank vielbeachteten PCE-Preisindex sind die Preise im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 3.0% gestiegen, nach 3.4% im September. Ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel sind die Preise um 3.5% angestiegen. Damit befindet sich die Inflation weiter auf dem Rückzug. Wir rechnen deshalb damit, dass die Fed keine weiteren Zinserhöhungen mehr vornehmen wird.

Angela Truniger

Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
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Patrick Häfeli

Senior Strategieanalyst Fixed Income
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Céline Koster

Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
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