28. November 2023, Tägliche Marktsicht

Kursverluste zum Start in die neue Handelswoche

Zu Wochenbeginn fehlten grössere Impulse und die Marktteilnehmer zeigten sich von der zurückhaltenden Seite. Im Fokus steht heute der Investorentag von Novartis.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: -0.54%, SPI: -0.54%, SMIM: -0.63%

Bereits bei Handelsstart notierte der Schweizer Aktienmarkt in der Verlustzone und kam bis Börsenschluss nicht auf Touren. Richtungsweisende Impulse aus den USA fehlten wegen des verlängerten Thanksgiving-Wochenendes. Zudem wurde die Stimmung von negativen Konjunkturdaten aus China etwas belastet. Das Augenmerk der Marktteilnehmer liegt bereits auf den wichtigen Inflationsdaten, die in dieser Woche veröffentlicht werden. Der Leitindex SMI schloss schlussendlich 0.5% tiefer. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 13 Kursverlierer und 6 Gewinner gegenüber. Zurich Insurance schloss unverändert. Das Verlierertableau führte der Pharmaauftragsfertiger Lonza (-1.6%) an, gefolgt von den Finanzwerten UBS (-1.3%) und Partners Group (-1.2%). Die drei Index-Schwergewichte erwiesen sich als Bremsklötze für den Gesamtmarkt, wobei Novartis (-0.9%) die deutlichsten Abgaben verzeichnete. Beim Pharmariesen steht heute der Investorentag auf der Agenda. Roche gab um 0.8% nach, während Nestlé ein Rückgang von 0.3% hinnehmen musste. An der Spitze des Leitindex stand der Hörgerätehersteller Sonova (+1.3%), der von einer Ratinghochstufung durch einen Broker profitieren konnte. Nach einem positiven Analystenkommentar konnte auch der Logistiker Kühne + Nagel (+0.6%) zulegen. Fester schlossen auch Swiss Re (+0.4%), Givaudan sowie Logitech (je +0.3%) und Alcon (+0.1%). Am breiten Markt war erneut Julius Bär (-2.3%) im Fokus der Anleger. Die Privatbank vermeldete gestern, dass sie dem österreichischen Immobilienunternehmer René Benko und seiner Signa-Holding Geld im Umfang von CHF 606 Mio. geliehen habe, wobei sie jedoch den Namen in der Stellungnahme nicht explizit erwähnte. Julius Bär bestätigte auch, dass die Rückstellungen von über CHF 70 Mio., die Anfang November gebildet wurden, auf diese Position zurückgehen. Aufgefallen ist auch der Backwarenkonzern Aryzta (-7.1%), der nach enttäuschenden Quartalszahlen deutlich abgestraft wurde.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.40%, DAX: -0.40%

Die europäischen Aktienmärkte sind mit Kursverlusten in die neue Woche gestartet. Der länderübergreifende EuroStoxx50, der britische FTSE100, der französische CAC40 sowie der deutsche DAX verzeichneten allesamt Abgaben von jeweils 0.4%. Aus Sektorensicht konnten einzig die Branchen Immobilien, Versorger und Kommunikationsdienste an Wert zulegen. Die Verliererliste wurde hingegen von den Sektoren Gesundheit, Energie, Grundstoffe sowie Finanzen angeführt.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.16%, S&P500: -0.20%, Nasdaq: -0.07%

Die amerikanischen Aktienmärkte zeigten sich am gestrigen «Cyber Monday» von der zurückhaltenden Seite und knüpften damit an die Entwicklung vom vergangenen Freitag an. Der Leitindex Dow Jones sowie der marktbreite S&P500 verloren je um 0.2%, während der technologielastige Nasdaq 0.1% nachgab. Auf Sektorenebene legten die Bereiche Immobilien, Zyklischer Konsum, Versorger und Technologie zu. Unterdurchschnittlich zeigten sich hingegen die Sektoren Gesundheit, Industrie und Kommunikationsdienste.

Unternehmensberichte

Novartis präsentierte im Vorfeld des heutigen Investorentages ein neues mittelfristiges Umsatzziel. Für die kommenden Jahre bis 2027 strebt Novartis ein jährliches Umsatzwachstum von 5% an. Bisher lag das Ziel bei einem jährlichen Anstieg von 4%. Auch in den Jahren danach ist der Pharmariese zuversichtlich, ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich zu erzielen. Die operative Kerngewinnmarge soll weiterhin über 40% liegen. Mit dem Spin-Off der Generika-Sparte Sandoz ist die Transformation hin zu einem reinen Unternehmen für innovative Medikamente gemäss dem Management nun abgeschlossen.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.387%; DE: 2.545%; CH: 0.885%

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe gab zum Wochenbeginn leicht nach. Bedeutende Konjunkturdaten blieben jedoch gestern aus. Entsprechend hielten sich die Bewegungen an den Kapitalmärkten in Grenzen. Im Verlauf der Woche dürften insbesondere neue Inflationsdaten wieder mehr Impulse an die Kapitalmärkte bringen.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8802
Euro in US-Dollar: 1.0950
Euro in Franken: 0.9641

Auch an den Devisenmärkten gab es gestern wenig Impulse. Der Euro büsste sowohl gegenüber den US-Dollar als auch zum Schweizer Franken leicht an Terrain ein. Die Gemeinschaftswährung notiert aber seit gut drei Monaten weiter nahe am Höchststand. Auftrieb erhielt der Euro zuletzt von der Erwartung auf sinkende Zinsen in den USA.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 75.03 pro Fass
Goldpreis: USD 2'015.65 pro Unze

Der Ölpreis hat gestern an seine Verluste von Freitag angeknüpft und erneut leicht nachgegeben. Der Fokus am Ölmarkt liegt auf einem Treffen des Ölkartells OPEC+. Dieses war ursprünglich für das Wochenende geplant gewesen, wurde aber angesichts eines Streites über die Förderquoten innerhalb der OPEC+ auf kommenden Donnerstag verschoben.

Der Goldpreis stieg gestern auf 2’018 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai. Das zinslose Gold erhielt zuletzt Rückenwind durch die tieferen US-Zinsen sowie den schwächeren US-Dollar.

Wirtschaft und Konjunktur

Es wurden gestern keine relevanten Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Diese Woche stehen neue Daten zur Inflation in den USA und in Europa auf der Agenda. Zudem wird am Mittwoch die zweite Schätzung zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal in den USA veröffentlicht.

Céline Koster

Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Anja Felder

Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich