05. Dezember 2023, Tägliche Marktsicht

Dank Schwergewichten verbleibt SMI im Aufwärtstrend

Der Leitindex SMI startet positiv in die Handelswoche. Die Teuerung in der Schweiz sinkt im November überraschend auf 1.4%.

Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.60%, SPI: +0.34%, SMIM: -0.74%

Der Schweizer Aktienmarkt knüpft zum Wochenstart an die positiven Tendenzen der vergangenen Woche an. Die Marktteilnehmer gehen weiterhin davon aus, dass die Zinsen im kommenden Jahr deutlich rückläufig sein werden. Denn die Inflation geht in den USA wie auch in Europa kontinuierlich zurück. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Schweiz. Die gestern publizierten Daten zur Teuerung im November sind stärker als erwartet auf 1.4% zurückgeglitten. Bei Börsenschluss verzeichnete der SMI ein Plus von 0.6%, wohingegen der auf mittelkapitalisierte Werte ausgerichtete SMIM um 0.7% nachgab. Der Leitindex wurde insbesondere von den Index-Schwergewichten getragen. An der SMI-Tabellenspitze notierte Roche mit einem Gewinn von 2.8%. Der Pharmariese teilte gestern mit, die im Privatbesitz gehaltene Carmot Therapeutics für rund USD 3 Mrd. zu übernehmen. Das US-Unternehmen verfügt in seiner Produkte-Pipeline über mögliche Mittel, die zur Behandlung von Fettleibigkeit bei Patienten mit und ohne Diabetes eingesetzt werden können. Auch Nestlé (+1.0%) und Novartis (+0.9%) konnten klare Gewinne verzeichnen. Ebenfalls auf den vorderen Rängen notierte Swiss Re (+1.3%), die nach den deutlichen Abgaben vom letzten Freitag zur Gegenbewegung ansetzte. Zu den weiteren Kursgewinnern gehörten Zurich Insurance und Richemont (je +0.5%) sowie Givaudan (+0.2%). Am Ende der Tabelle notierten hingegen Alcon (-2.6%) und Lonza (-1.4%). Erstere litt insbesondere unter einer Ratingrückstufung durch einen Broker, während Lonza von einem enttäuschenden Ausblick des chinesischen Konkurrenten WuXi Biologics in Sippenhaft genommen wurde. Ebenfalls Verluste hinnehmen mussten Holcim (-1.0%) und ABB (-0.9%), die nach den jüngsten Kursavancen unter Gewinnmitnahmen litten. Zu den Verlierern gehörte auch Swiss Life (-0.8%). Der Versicherer kündigte gestern einen Wechsel an der Spitze des Unternehmens an. Konzernchef Patrick Frost wird anlässlich der Generalversammlung im Mai von seinem Posten zurücktreten und die Leitung an den heutigen Finanzchef Matthias Aellig übergeben. Am breiten Markt fielen die Aktien des Ostschweizer Vakuumventileherstellers VAT (-3.2%) auf, die am Tabellenende des SMIM notierten. Nach den jüngsten Kursavancen litt der Titel gestern unter Gewinnmitnahmen.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: -0.08%, DAX: +0.04%

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich gestern ohne grosse Veränderung und setzten somit nach den jüngsten Kursavancen eine Pause ein. Während der EuroStoxx50, der britische FTSE100 sowie der französische CAC40 zwischen 0.1% und 0.2% an Wert verloren, legte der spanische IBEX35 um 0.4% zu. Der deutsche DAX verbuchte einen marginalen Gewinn von 0.04%. Auf Sektorenebene verbuchten die Bereiche Energie, Grundstoffe sowie Technologie die grössten Abgaben. Überdurchschnittlich zeigten sich insbesondere die Branchen Basiskonsum, Gesundheit und Finanzen.

Aktienmärkte USA

Dow Jones: -0.11%, S&P500: -0.54%, Nasdaq: -0.84%

Die amerikanischen Aktienmärkte zeigten sich zum Start in die neue Handelswoche von der negativen Seite. Nach den jüngsten Kursavancen war der Markt von Gewinnmitnahmen geprägt. Die grössten Abgaben verzeichnete der technologielastige Nasdaq (-0.8%), gefolgt vom marktbreiten S&P500 (-0.5%) und dem Leitindex Dow Jones (-0.1%). Auf Sektorenstufe litten die zyklischen Branchen Kommunikationsdienste, Technologie sowie Grundstoffe unter den stärksten Abgaben. Die Sektoren Immobilien, Gesundheit, Industrie sowie Basiskonsumgüter zeigten sich hingegen von der positiven Seite.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.230%; DE: 2.350%; CH: 0.683%

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe hat sich am Montag wenig verändert. Im Verlauf der Woche stehen neue Daten zum US-Arbeitsmarkt im Fokus. Von diesen Daten erhoffen sich die Marktteilnehmenden neue Hinweise über das weitere Vorgehen der US-Notenbank.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.8726
Euro in US-Dollar: 1.0836
Euro in Franken: 0.9453

Auch an den Devisenmärkten hielten sich die Bewegungen zum Wochenstart in Grenzen. Der US-Dollar konnte gestern sowohl gegenüber den Schweizer Franken als auch gegenüber dem Euro zulegen. Das EUR/CHF-Währungspaar notiert derweil kaum verändert.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 73.07 pro Fass
Goldpreis: USD 2'032.10 pro Unze

Der Ölpreis gab zu Wochenbeginn nach. Die Märkte zweifeln, dass die in der vergangenen Woche angekündigten Förderkürzungen von knapp einer Million Barrel pro Tag tatsächlich umgesetzt werden. Für Irritationen sorgte, dass die neue Förderbeschränkung als freiwillig bezeichnet wurde und nicht durch die OPEC+, sondern die einzelnen Mitgliedsstaaten kommuniziert wurde.

Wirtschaft und Konjunktur

Schweiz: Konsumentenpreise, YoY (November)
letzter: 1.7%; erwartet: 1.7%; aktuell: 1.4%

Die Konsumentenpreise sind in der Schweiz im November gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.4% angestiegen. Die Kerninflation ohne die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie hat ebenfalls um 1.4% zugenommen, nach 1.5% im Oktober. Damit liegt die Inflation wieder deutlich im Zielband der SNB von 0% bis 2%. Für die Inflationsentwicklung in den kommenden Monaten dürfte entscheidend sein, wie sich die Erhöhungen des Referenzzinssatzes für Mieten auf die Inflation auswirken wird.

Eurozone: Sentix Investorenvertrauen (Dezember)
letzter: -18.6; erwartet: -15.6; aktuell: -16.8

Die Stimmung in der Eurozone hat sich im Dezember zum dritten Mal in Folge aufgehellt. Analystinnen und Analysten haben allerdings mit einem stärken Anstieg gerechnet. Spürbar besser bewertet wurde die aktuelle Lage. Dahingegen haben sich die Erwartungen nur marginal verbessert. Die Abkühlung in der Eurozone dürfte damit weiter anhalten.

Céline Koster

Strategieanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich

Anja Felder

Finanzanalystin
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich
Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich